Lieblingsecke

In der "Lieblingsecke" stellt die Stadtbücherei jeden Monat eines ihrer Lieblingsbücher, DVDs, Hörbücher oder Spiele vor.

Viel Spaß beim Lesen!

November 2018

Diesen Monat möchten wir Ihnen gerne den historischen Roman „Freiheit und Furcht“ von Gabriele Oswald-Mazurek vorstellen.

Sie studierte zunächst Germanistik und Geschichte an der Universität Würzburg und unterrichtete als Studienrätin an der Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim. Mit ihrer Familie lebt die Autorin in Königstein und dort spielt auch ihr erster Roman „Feuer und Flamme“, welchen den großen Stadtbrand von 1792 zum Thema hat.

Mit „Freiheit und Furcht“ hat Schriftstellerin Oswald-Mazurek nun schon das das zweite Buch über diese spannende Zeit vorgelegt, diesmal geht es um die Anhänger der sogenannten Mainzer Republik im Jahr 1793. Diese fordern eine erste Demokratie auf deutschem Boden, werden dafür verhaftet und auf die Festung Königstein verbracht, ohne weitere Anhörung, Anklage oder Verteidigung.

Auch Caroline Schlegel-Schelling, eine bekannte Vertreterin der literarischen Romantik  befindet sich unter den Gefangenen, hauptsächlich wegen ihrer Beziehung zu Georg Forster, einem der führenden Köpfe der Bewegung.

Und sogar Hattersheim spielt eine kleine Rolle, auf dem Weg von Königstein nach Frankfurt wird mit der Kutsche eine Rast im Posthof eingelegt, um die Pferde zu wechseln.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, können Sie sich gerne selbst ein Bild von Autorin und Werk machen. Sie liest am 21.11.2018 um 19 Uhr in der Stadtbücherei aus „Freiheit und Furcht“ vor.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Stadtbücherei unter Veranstaltungen oder hier auf der Homepage.

 

Oktober 2018

Anlässlich des Gastlandes Georgien bei der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt am Main möchte ich Ihnen die georgische Küche näherbringen.

Supra – Ein Fest der georgischen Küche

Geschrieben wurde es von Tiko Tuskadze, sie ist Inhaberin und Köchin des Restaurants „Little Georgia“ in London. Aufgewachsen ist sie in Georgien und erinnert sich oft und gerne an zahlreiche Familienessen mit vielen Gästen und Gerichten.

Supra bedeutet soviel wie Festmahl und ist ein bedeutsamer Teil der georgischen Kultur, es ist in erster Linie eine Zusammenkunft zum Essen, aber auch ein Austausch von Gedanken und Ideen.

Bei diesen Festessen kommen zunächst eher schlichte Salate mit Brot auf den Tisch, darauf folgen kleinere warme Gerichte, danach werden noch oft mit Käse gefüllte Brote serviert. Die üppigen Fleisch- und Gemüsegerichte werden von diversen Soßen und Pasten begleitet und zum Abschluss gibt es noch Kuchen oder Gelees.

Ebenso eine wichtige Rolle spielt der Wein zum Essen, angeblich ist Georgien der Ort, an dem zum ersten Mal Trauben für die Weinproduktion angebaut wurden.

Die georgische Küche ist eine eher schlichte, aber ehrliche Küche. Viele Gerichte kennt man bereits, entdeckt sie hier aber neu mit anderen Zutaten oder mit ungewöhnlichen Gewürzen kombiniert. Walnüsse spielen eine große Rolle, vor allem in Saucen, allein 22 Gerichte findet man im Buch mit dieser Zutat. Interessant waren für mich die Fischgerichte, z.B. den gebackenen Lachs mit Granatapfelsirup und Zwiebeln, den möchte ich unbedingt mal nachkochen. Ein paar von den kleineren Speisen habe ich bereits ausprobiert, wie die Lauchcreme oder den Reis mit Pilzen. Sie waren einfach zuzubereiten und überzeugten durch ihren guten Geschmack .

Zwischen den Rezepten sind im Buch kleine Erinnerungen und Geschichten der Autorin an die Gerichte und Menschen aus ihrer Kindheit zu finden. Zum Beispiel an die Suppe ihrer Großmutter (Bebias Supi) oder die Stubenküken aus der Pfanne (Tabaka) ihres Großonkels.

Alles in allem war es eine schöne Gelegenheit für mich, mal in eine andere Kultur reinzuschnuppern, bzw. zu „reinzukochen“. Allen nur zu empfehlen!

Juli 2018

In der "Zeit" habe ich folgenden Satz über Kirsten Boie gelesen:

Kirsten Boie ist der große Star der Kinder- und Jugendliteratur. Ein Glücksfall für die Leser – und eine Herausforderung für Kultur-funktionäre und Moralapostel.
(Quelle: DIE ZEIT Nr. 12/2015, 19. März 2015)

Das ist sehr treffend formuliert. Wenn man sich im Internet User-Rezessionen zu Boies Werk „Juli“ durchliest, dann kommt es bei den „Moralaposteln“ sehr schlecht weg. Von unserer Familie gibt es jedoch volle fünf Sterne für „Juli“ von Kirsten Boie und Jutta Bauer, denn wir alle lieben Juli und seine kleinen Alltagsabenteuer.

Mit viel Witz und Einfühlungsvermögen wird von den Sorgen und Nöten eines Kindergartenkindes erzählt. Für Juli hält jeder Tag eine neue Überraschung bereit: Er verliert sein geliebtes Glühwürmchen, am Martinstag will er Gutes tun und stellt fest, dass die Sache mit der Liebe gar nicht so einfach ist. Die Klo-Monster-Geschichte ist unsere liebste Juli-Geschichte und macht Kindern Mut, ihre Ängste zu überwinden. Die Geschichten sind für Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam und regen zum Lachen, Staunen und Nachdenken an.

Ute Gillmann

Mai/Juni 2018

Die Stadt der Träumenden Bücher
- Wenn Bücher töten können -

Der 475 Seiten umfassende Roman „Die Stadt der Träumenden Bücher“,von Autor, Illustrator und Comic-Zeichner Walter Moers (der unter anderem, auch für seinen Comic „Das kleine Arschloch“ und „Käpt'n Blaubär“ bekannt ist) geschrieben, wurde 2004 von Piper veröffentlicht und handelt von Hildegunst von Mythenmetz, der wegen eines geerbten, makellosen Manuskripts den Weg nach Buchhaim auf sich nimmt, um das Genie, das diesen Text verfasste, ausfindig zu machen.

Die Geschichte spielt in einer fiktiven Welt – genauer: in Zamonien.

Nach dem Tod Danzelot von Silbendrechsler, der zu Lebzeiten der Dichtpate des noch sehr jungen (nach Lindwurmmaßstäben) Lindwurms Hildegunst war, vererbt diesem ein tadelloses Manuskript.

Bevor er stirbt bittet Danzelot Hildegunst darum den Autor des Textes in der Stadt Buchhaim ausfindig zu machen. Denn dorthin hatte er den Schriftsteller, von dem er weder den Namen kannte, noch wusste, wie er aussah, damals geschickt, damit dieser dort seine Texte bei einem Verlag veröffentlichen konnte. Seitdem hatte er aber nichts mehr von ihm gehört.

In Buchhaim, einer Stadt, die auch als Stadt der Träumenden Bücher bekannt ist, ist Hildegunst  sehr bemüht das Manuskript möglichst vielen Personen unterschiedlichster Arten zu zeigen, die womöglich in der Lage sein könnten dessen Schöpfer zu identifizieren. Doch durch unerwartete Ereignisse, gerät Hildegunst in Schwierigkeiten und landet - samt Manuskript - in den legendenumwobenen Katakomben von Buchhaim. Dort soll der sogenannte „Schattenkönig“ herrschen, der die Katakomben zu einem unsicheren Ort machen würde. Doch auch vor anderen Monstern, tödlichen Fallen und den umherstreifenden Bücherjägern, die alte, wertvolle Bücher in den Katakomben suchen und vor nichts zurück schrecken - nicht einmal vor Mord - muss sich Hildegunst in Acht nehmen. Insbesondere vor den Büchern, denn mache dort unten, sollen sogar töten können. 

Hildegunst ist in der Lindwurmfeste aufgewachsen – eigentlich wächst dort jeder Lindwurm auf, und die meisten von ihnen verlassen die Feste Zeit ihres sehr langen Lebens nie oder nur sehr selten. Die Lindwürmer huldigen der Schriftstellerei, weshalb das größte Ziel eines jeden Lindwurmes ist einmal ein berühmter Schriftsteller zu werden
(was auch auf den Held der Geschichte zutrifft).

Meiner Meinung nach, ist die Wortwahl des Autors und der Inhalt der Geschichte sehr stimmig, weshalb man sich gut in die fantasievolle Welt, Zamonien, hineinträumen kann. Es gibt viele interessante Charaktere verschiedenster Daseinsformen und - arten. Auch die ausgefallenen Namen passen - wie man so schön sagt - wie die Faust auf´s Auge, obwohl sie zu Beginn einen eher grotesken Eindruck hinterlassen und womöglich auf einige Leser abschreckend wirken.

Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, man kommt nur bei den außergewöhnlichen Namen und Bezeichnungen ab und zu ins Stocken, was aber nicht sonderlich störend ist. Der Autor baut die Spannung am Anfang nur langsam auf und lässt den Leser darüber spekulieren, was wohl als nächstes geschehen könnte. Sobald die Spannung einmal aufgebaut ist, bleibt sie auch den Rest der Geschichte erhalten, bis der Autor schließlich zu einem runden, abschließendem Ende gelangt.

Das Buch ist sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen zu empfehlen, die Lust haben in eine andere Welt einzutauchen, dort eine Zeit lang zu verweilen und die Geheimnisse der scheinbar endlos großen Katakomben von Buchheim zu erforschen. Ich denke, dass jeder, der Bücher so sehr liebt wie es der Autor tut, begeistert sein wird, denn es ist ein Buch über die Wertschätzung des geschrieben Wortes.

Bücherei-Praktikantin

März/April 2018

Diesmal möchten wir Ihnen die Hofheimer Autorin und Lyrikerin Gabriele Böhning vorstellen. Sie publiziert bereits seit 1995 erfolgreich Gedicht- und Prosabände, für die sie auch schon mehrfach ausgezeichnet wurde.

Anlässlich des Welttages der Poesie am 21.03.2018 trug Frau Böhning vor der Stadtbücherei einige Gedichte aus ihrem neuen Gedichtband „Blumen des Unerwarteten: Das Intensive des Lebens“ vor.

In ihrem Werk spielt die Liebe in all ihren Facetten, die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen und auch die Freundschaft eine wichtige Rolle.

Falls Sie neugierig geworden sind und gerne einmal in die Welt der Poesie schnuppern möchten, finden sie ihr neues Buch sowie einige andere Bände von Frau Böhning bei uns in der Bücherei bei der Belletristik in der Gruppe A-Z.

Februar 2018

Das Kochbuch „Suppen für Syrien“ ist mir in einer Buchhandlung sofort aufgefallen, weil es so wunderschön gestaltet ist. Es beinhaltet 80 Suppenrezpte von bekannten Köchen aus aller Welt – beispielsweise Sarah Wiener, Yotam Ottolenghi oder Meta Hiltebrand. Ich war ohnehin schon überzeugt, als ich von der Buchhändlerin erfuhr, dass der komplette Erlös aus dem Verkauf des Buches an die Flüchtlingshilfe-Organisation Schams e. V. geht – einen Verein zur Förderung und Unterstützung syrischer Kinder und Jugendlicher, der 2012 vom Schriftsteller Rafik Schami und Verleger Hans Schiler gegründet wurde.

Die Autorin Barbara Abdeni Massaad, die mit ihrer Familie in Beirut lebt, besuchte dort im Winter 2014/2015 regelmäßig ein Flüchtlingscamp und bereitete für etwa 50 syrische Familien Essen zu. Durch dieses Engagement und den Willen noch mehr zu tun, kam die Fotografin und Kochbuchautorin Massaad auf die Idee, bekannte Köche um jeweils eines ihrer liebsten Suppenrezepte zu bitten. Das Feedback war überwältigend  und ermöglichte ihr, dieses tolle Kochbuch zusammenzustellen.

Ich habe nun bereits einige der Suppenrezepte ausprobiert und muss sagen, dass alle nicht nur äußerst lecker, sondern auch leicht zuzubereiten sind. Ich habe mich zunächst auf die Tomatensuppen-Rezepte konzentriert, aber auch die Erbsensuppe mit Minze war verdammt lecker. Ein Exemplar des Kochbuchs „Suppen für Syrien“ ist nun auch in der Stadtbücherei vorrätig und wartet darauf von Ihnen ausgeliehen zu werden.

„Eine Suppe ist etwas Elementares. Und sie ist immer von Nutzen. Auch wenn die Welt um uns herum versagt.“ Anthony Bourdain

Viel Spaß beim Kochen!

Ute Gillmann